Im Schlaf wachsen Kinder und verarbeiten den Tag

Genügend Schlaf ist gesundheitsfördernd!

Warum der Schlaf von enormer Bedeutung für den Körper und die Seele eines Kindes ist, warum Geborgenheit auch während des Schlafes für Kinder wichtig ist und 5 Tipps für gutes Einschlafen sind in diesem Bericht zu erfahren.

Während des Wachseins ist das Kind aktiv mit seiner Umwelt. Beim Schlafen ist das Kind nicht passiv, sondern die Aktivierungen verschieben sich auf innere Prozesse wie zum Beispiel hormonelle Aktivitäten. Das Wachstumshormon hat im Schlaf die höchste Ausprägung. Auch für die geistige Auseinandersetzung ist Schlaf von grosser Bedeutung. Nicht zufällig sagen wir: «Darüber muss ich erst mal schlafen.»

Auch Firmen haben entdeckt, dass ein kurzer Schlaf tagsüber die Leistungsfähigkeit fördert. Und so gibt es in vielen Unternehmen Ruheräume. Damit stellt sich die Frage nach dem Schlafbedarf. Dies ist abhängig vom Alter. Ein Neugeborenes schläft durchschnittlich 16-18 Stunden in 24 Stunden. Im Verlaufe des ersten Lebensjahres reduziert sich die Schlafmenge auf 14-15 Stunden und weiter auf 12 Stunden im Laufe der Vorschulzeit.

Auch Kinder träumen, um Ereignisse zu verarbeiten. Manchmal wachen sie wegen schlechten Träumen auf und haben Mühe, wieder in den Schlaf zu finden. Kinder ernst nehmen und versuchen auf ihre Träume einzugehen, helfen dem Kind sich verstanden und sicher zu fühlen.

Aus der Schlafforschung weiss man, dass Kinder auch im Schlaf die Erfahrung vom wechselseitigen Austausch mit den Bezugspersonen benötigen. Sie müssen sich aktiv in der Gestaltung des Schlafszenarios einbringen können, dann Schlafen sie besser (vgl. Beitrag von Hans Lüpke im «Das Elternbuch», Rowohlt Taschenbuch Verlag).

Babys und Kinder, denen durch Nähe, Rituale und rasches Reagieren bei Weinen beim Einschlafen geholfen wird, haben später weniger Mühe mit dem selbständigen Ein- und Durchschlafen als Babys, die man von klein auf zwingt, alleine in einem Zimmer zu schlafen. Karl Heinz Brisch, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie in München, forscht und lehrt im Bezug auf  Störungen in der frühen Kindheit. Auch seine Forschungsergebnisse gehen in die gleiche Richtung:  Kinder schlafen besser, wenn sie mit Bezugspersonen in einem Zimmer sind.

Die Erfahrung nach 4 Kindern zeigt mir, dass der Drang nach Selbständigkeit und Eigenständigkeit durch Geborgenheit gefördert wird und nicht wie oft gemeint verhindert wird. Es kommt der Tag, an dem die Kinder von sich aus nicht mehr im Elternbett oder Elternzimmer schlafen wollen.
Daniela Holenstein
Tipps für gutes Einschlafen

Ob ein Kind viel oder wenig schläft, kann fast nicht beeinflusst werden. Jedoch kann das Ein- und Durchschlafen gelernt werden. Dabei hilft es, ein vertrautes Schema zu benützen und ein Ritual anzuwenden.

  • Ein gemeinsames Spiel, Brettspiel oder ein Puzzle
  • Tageskalender – an jedem Abend malt das Kind ein kleines Bild zum Tag
  • Eine ruhige Atmosphäre schaffen, z. B. das Licht dämmen
  • Blaues Licht von Bildschirmmedien meiden
  • Gute-Nacht-Geschichte
  • Abendlieder singen oder hören z.B. von Andrew Bond die CD «Sternefeischter»
  • Über den Tag sprechen, erzählen und erzählen lassen
  • Alle Kuscheltiere im Bett ordnen und ein kleines Rollenspiel zum Tag spielen