Aus der Pioniergruppe

Interview mit Helmut Keck

Helmut Keck, freiwilliger Einsatzleiter des Rotkreuz-Fahrdienstes Illnau-Effretikon und Mitglied der Fahrdienst-Pioniergruppe, erzählt, warum er sich in der Pioniergruppe engagiert und welches die Herausforderungen sind.
Helmut Keck, freiwilliger Einsatzleiter im Rotkreuz-Fahrdienst engagiert sich in der Pioniergruppe

Herr Keck, warum engagieren Sie sich in der Pioniergruppe?

Ich finde die ganze Neuausrichtung im Fahrdienst sehr wichtig und sie soll gut herauskommen. Als vor rund zwei Jahren im Fahrdienst eine Software eingeführt werden sollte, ist es nicht gelungen. Umso wichtiger ist es nun, dass der zweite Anlauf erfolgreich ist. Viele Fahrerinnen und Fahrer sind skeptisch gegenüber umfassenden Neuerungen. Als ehemaliger Leiter Forschung und Entwicklung in der Maschinenindustrie weiss ich aus beruflicher Erfahrung, wie schwierig Veränderungsprozesse sind. Das Zürcher Rote Kreuz wendet viel Energie auf für die Umstellung und es wäre schade, wenn am Ende die Akzeptanz bei den Freiwilligen nicht da wäre.

Am ersten Workshop der Pioniergruppe ging es um die neue Fahrer-App. Was erwarten Sie davon?

Die neue App muss einfach sein. Kein kompliziertes Programm – für den Fahrer oder die Fahrerin soll es ein positives Aha-Erlebnis sein. Ich fand es gut, dass sich Manuela Looser und Marcel Fritsch, die Verantwortlichen des Fahrdiensts, sowie das Entwicklerteam von der Firma Brabender der Kritik von uns Freiwilligen gestellt haben. Die Firma machte einen kompetenten Eindruck und ich habe das Gefühl, dass gut gearbeitet wird.

Was ist der Vorteil der App?

Der Fahrer kann von unterwegs – natürlich nicht während dem Fahren, sondern er muss kurz anhalten – vieles abrufen, was er vielleicht sonst nicht dabei hätte. Zum Beispiel die Telefonnummer des Arztes oder eine Kontaktperson vom Fahrgast, wenn es einen Zwischenfall gibt. Er kann auch die Fahrroute anpassen. Wer möchte, kann den Marktplatz nutzen und schauen, wann und welche Fahrten es gibt, die eine Fahrerin oder einen Fahrer benötigen. So kann man sich seine Fahrt von unterwegs buchen.

Gab es Kritikpunkte?

Die Schrift ist zu klein, da braucht man sehr gute Augen. Die App sollte erlauben, dass man sie mit den Fingern grösser machen kann oder die Schrift sollte grösser werden. Daran arbeiten die Entwickler. Am Workshop ist bei vielen das Verständnis für die App gewachsen.

Wie wichtig ist aus Ihrer Sicht die App für den Fahrdienst?

Sie ist zukunftsgerichtet. Neue Freiwillige werden immer mehr Software-affin sein und finden es attraktiv, mit einer App zu arbeiten. Es kann ein gutes Argument für freiwilliges Engagement im Fahrdienst sein. Ein Stück weit ist es schliesslich eine Generationenfrage: Wer die digitale Welt gewohnt ist, findet die Entwicklung spannend. Ältere Generationen aber schauen eher daheim in Ruhe am PC alles nach und drucken sich den Fahrauftrag aus. Sie empfinden eine App vielleicht als Spielerei und unnötig teuer. Deshalb ist es umso wichtiger, dass die App toll wird, einfach, übersichtlich und attraktiv.

Was hat Sie überrascht, als Sie das erste Mal von den Neuerungen im Fahrdienst hörten?

Dass die Disposition zukünftig nicht mehr lokal erfolgt, sondern über das Zürcher Rote Kreuz laufen wird, kam für mich unerwartet. Es ist insgesamt viel Neues, was auf die Freiwilligen zukommt, auch die neue Art der Verrechnung und die App. Es wird sicher Zeit brauchen, bis sich die Akzeptanz ausbreitet.

Was ist Ihnen ein Anliegen für die Umsetzung der Änderungen?

Sie sollte flexibel erfolgen, das heisst erst sollten diejenigen Fahrdienste umgestellt werden, die nicht so gut laufen und froh darum sind. Andere, die sehr gut laufen, sollten später umgestellt werden, wenn sich alles bewährt hat und erste Kinderkrankheiten eliminiert sind. So fällt es denen, die nicht so gerne umstellen möchten, leichter.