Eine Erfolgsgeschichte

Spitex Zürich als «Rotkreuz-Kontaktperson» für den Notruf

Seit Juni 2017 ist die Spitex Zürich als «Rotkreuz-Kontaktperson» für ihre Kunden und Kundinnen im Einsatz. Die Spitex übernimmt als erste Kontaktperson Notrufeinsätze, dies vorwiegend bei älteren Menschen, die keine nahe stehende Person haben, die in einem Notfall innerhalb kurzer Zeit vor Ort sein kann.

Die Prozesse wurden vorgängig gemeinsam definiert und die logistischen Abläufe minutiös geklärt, damit Notrufeinsätze während 24 Stunden an 365 Tagen sichergestellt sind. Und die Dienstleistungen werden finanziell angemessen honoriert.
Rotkreuz Mitarbeiterin erklärt Seniorin die Notruf Uhr.
Anita Coray ist Leiterin des Spitexzentrums Rigiplatz in Zürich. Den Rotkreuz-Notruf kennt sie seit vielen Jahren aus dem privaten Umfeld. Im Aufbau der Zusammenarbeit zwischen dem Zürcher Roten Kreuz und der Spitex Zürich wirkte sie als Projektleiterin der Spitex von Anfang an mit. 

Frau Coray, wie sehen die Einsätze als Rotkreuz-Kontaktperson aus?
AC: Die Spitex leistet in Notfällen «Einfache Hilfe vor Ort», d.h. Mitarbeitende der Spitex werden bei Bedarf von der Notrufzentrale aufgeboten. Sie beurteilen vor Ort die Situation und den Zustand der hilfsbedürftigen Person. Die Fallführung in Notfällen, d.h. die Verantwortung dafür, ob und wann weitere Hilfspersonen, Fachleute oder Rettungsorganisationen aufgeboten werden, liegt bei der Rotkreuz-Notrufzentrale.
 
Die Notrufeinsätze gehen vor allem abends und nachts bei uns ein. Die Einsätze sind sehr unterschiedlich und viele lassen sich unkompliziert lösen. Häufige Einsatzgründe sind beispielsweise ein Sturz, Zurückbringen ins Bett, ein Toilettengang etc. Bei kritischen Situationen werden weitere Dienste, wie der Notarzt oder die Sanität beigezogen.
 
Die wichtigste Voraussetzung um Hilfe leisten zu können ist ein gesicherter Zugang zur Wohnung während 24 Stunden. Dieser wird in der Regel durch einen Schlüsseltresor sichergestellt.
 
Welche Vorteile bietet die Zusammenarbeit mit dem Zürcher Roten Kreuz?
AC: Viele unserer betagten Kundinnen und Kunden sind gleichzeitig auch Rotkreuz-Kunden. Die Dienstleistung aus einer Hand hat viele Vorteile. Die Zusammenarbeit ist vertrauensvoll, besondere Vorkommnisse können umgehend besprochen werden und die Prozesse werden immer wieder neu evaluiert.
 
Umgekehrt kennen Rotkreuz-Notruf-Kunden unsere Spitex bereits und entscheiden sich dann zu einem späteren Zeitpunkt, wenn sie Spitex brauchen, für unsere Organisation.

Was schätzen Ihre Kundinnen und Kunden an der Dienstleistung aus einer Hand?
AC: Die enge Zusammenarbeit von Schweizerischen Roten Kreuz (SRK) Kanton Zürich und Spitex vermittelt den Kunden Sicherheit, dies besonders wenn keine nahe stehenden Personen während 24 Stunden zur Verfügung stehen. Teilweise kennen sie die Mitarbeitenden bereits, welche den Notfalleinsatz leisten. Die Mitarbeitenden der Spitex sind es gewöhnt, unerwartete Situationen im häuslichen Umfeld zu bewältigen und vermitteln Ruhe und Sicherheit.
Wir haben von Kunden, wie auch von ihren Angehörigen, nur positive Feedbacks. Die Spitex ist ihnen vertraut und sie sind dankbar für das erweiterte Angebot.
Würden Sie die Zusammenarbeit mit dem SRK Kanton Zürich auch anderen Kollegen empfehlen? 
AC: Ja, über den Notruf erfolgt häufig ein erster Beziehungsaufbau und es entsteht eine Vertrauensebene zur Kundschaft, die sich positiv auf die Zusammenarbeit auswirkt. Auch sind viele Angebote des Roten Kreuzes im Kanton Zürich massgeschneidert für unsere Kunden und dadurch entstehen Synergien.
 
Die Zusammenarbeit hat sich bewährt. Wir schätzen besonders, dass die Notrufeinsätze durch die Einsatzzentrale begleitet sind.