Streit unter Kindern

Streiten muss gelernt sein

Was können Kinder aus fairen Konflikten lernen? Wie kann eine Nanny die Kinder in Streitsituationen begleiten? Hier findest du Antworten und Tipps, zusammengestellt von Daniela Holenstein, Leiterin Lehrgang Nanny SRK Kanton Zürich, nach dem Konzept «Starke Eltern – Starke Kinder».
Streiten muss gelernt werden

Durch fairen Streit entwickeln Kinder ihre Persönlichkeit und ihr Sozialverhalten. Sie lernen dabei:

  • Mit Veränderungen umzugehen
  • Sich für etwas einzusetzen
  • Verhandlungen zu führen
  • Klarheit und gerechte Lösungen zu finden
  • Sich in andere Menschen einzufühlen
  • Frieden machen, was nach einem Streit ein gutes Gefühl ist
  • Die Fertigkeit des «Wiedergutmachens»
  • Eine starke Geschwisterbeziehung zu haben mit einer Regulation von Nähe und Distanz
  • Kommunikative Fertigkeiten
  • Sich abzugrenzen und eine eigene Meinung zu haben

Die Aufgabe als Nanny ist es nicht in erster Linie Streitereien zu vermeiden oder zu verhindern, sondern die Geschwister dabei zu unterstützen, den Konflikt fair und gewaltfrei zu lösen. Auch als Schiedsrichterin taugt die Nanny wenig, bleibt doch auf diese Weise meist ein «Gewinner» und ein «Verlierer» mit schalen Gefühlen zurück.

Wie kann die Nanny unterstützend einwirken?

Hilfreich sind Streitregeln.Das heisst, es darf gestritten werden, jedoch gelten dabei folgende Regeln:

  • Keine Schläge und keine Beleidigungen
  • Keine Spielsachen kaputt machen
  • STOP-Regeln akzeptieren
  • Wiedergutmach-Angebote annehmen

Positive Atmosphäre schaffen

Wie kann dies gelingen?

  • Unerwünschtem Verhalten eher weniger Aufmerksamkeit zukommen lassen, dem erwünschten Verhalten dagegen besonders viel.
  • Dem Kind zuhören
  • Nach einer guten Lösungen fragen
  • Anerkennung und Ermutigung aussprechen – ihr schafft es!
  • Feedback geben