Pflegehelferin SRK

Astrid Kotzé lernt mit Vergnügen

Ausgabe 3 / 2021
Wie war der Online-Unterricht der letzten Monate für die Teilnehmenden? Eine, die es wissen muss, ist Astrid Kotzé. Die Pflegehelferin SRK hat ihre letzte Weiterbildung am SRK-Bildungszentrum Winterthur online absolviert.
Das Bildungszentrum SRK Kanton Zürich

Allein vor dem Computer anstatt gemeinsam im Schulzimmer, die «Klassengspänli» zusammengeschrumpft auf ein kleines Bild am Bildschirm: Das war während Monaten der Alltag von Schülerinnen und Schülern, Studierenden und auch den Teilnehmenden von Weiterbildungen am Bildungszentrum Winterthur. Wo es möglich war, wurde dort während der Corona-Pandemie auf Online-Unterricht umgestellt: Plötzlich mussten die Dozentinnen und Dozenten vor der Computerkamera unterrichten anstatt vor versammelter Klasse. Eine Herausforderung, die sie hervorragend gemeistert haben, findet Astrid Kotzé aus Rorbas.

Dran bleiben

Die Pflegehelferin hat im Februar das Zertifikat Psychiatrische Begleitung SRK komplett online abgeschlossen. Sie ist beeindruckt, dass trotz dieser physischen Distanz – oder «der technischen Bremse», wie sie es nennt, der Funke übergesprungen ist. «Wichtig ist natürlich, dass sich die Dozierenden gut mit der Technik auskennen», erklärt sie. Nur so könne das Potenzial des digitalen Unterrichts voll ausgeschöpft werden. Dann sind beispielsweise sogar Online-Gruppenarbeiten möglich. Für die 59-Jährige war es wichtig, auch während der Pandemie Weiterbildungen zu besuchen. «Wenn ich wegen Corona nicht die Möglichkeit gehabt hätte, mich weiterzubilden, wäre das für mich persönlich ein Rückgang gewesen», sagt sie. Denn: «Stagnation ist auch immer Rückgang», ist sie überzeugt und ergänzt, dass sie nicht in der «Corona-Warteschleife» hängen bleiben wollte.

Stärken des Online-Unterrichts

Obwohl Astrid Kotzé den normalen Präsenzunterricht klar bevorzugt, hatte der Fernunterricht aus ihrer Sicht auch Vorteile: «Am Online-Unterricht gefällt mir, dass man sich mit der Chat-Funktion einbringen kann», sagt sie. «So kann man eine Frage stellen, ohne den Unterrichtsfluss zu unterbrechen.» Diese kann die Lehrperson in einer ruhigen Minute lesen und dann gezielt beantworten. Auch dass sie nicht den öffentlichen Verkehr benutzen musste und über Mittag ab und an eine Stunde spazieren gehen konnte, schätzte sie sehr. Doch trotz dieser Vorteile hatte der Online-Unterricht auch Nachteile: etwa dann, wenn die Technik nicht funktionierte. Und zweifellos fehlte der Kontakt zu den anderen Teilnehmenden. «Mir fehlte die Atmosphäre, die Nähe zu den anderen Menschen», erklärt Astrid Kotzé.

Lebenslanges Lernen

Lernen, sich weiterbilden ist, was die leidenschaftliche Pflegehelferin antreibt. Nebst dem aktuellen Lehrgang hat Astrid Kotzé unter anderem die Weiterbildung zur Pflegehelferin SRK, den Lehrgang Demenzbetreuung sowie den Lehrgang Langzeitpflege und Palliative Care am SRK-Bildungszentrum abgeschlossen. Insbesondere von letzterer Weiterbildung profitiert sie stark, da sie in einem Pflegezentrum für Menschen mit Demenzerkrankungen arbeitet. Dort betreut sie die betagten Menschen mit viel Hingabe. «Pflegen ist eine Herzensgabe von mir», sagt sie denn auch. Und doch kam sie auf Umwegen zum Pflegeberuf: Ursprünglich hat die gebürtige Münchnerin eine Banklehre absolviert, später Betriebswirtschaft studiert und ist danach durch einen Notfall im persönlichen Umfeld in einer Pflegesituation gelandet.

Zurzeit besucht die engagierte Frau eine Weiterbildung in der Aromapflege. Ein Thema, dass sie schon lange fasziniert. Hat sie denn nie genug gelernt? «Nein», sagt Astrid Kotzé und lächelt. «Ich lerne mit Vergnügen.» Ganz getreu dem Motto ihrer Oma, die ihr schon früh zu sagen pflegte: «Kind, lerne, so viel du kannst. An dem, was du weisst, trägst du nicht schwer.» Und so hält es Astrid Kotzé bis heute – nicht einmal eine Pandemie kann sie aufhalten.