Abschied

Annemarie Huber-Hotz ist unerwartet verstorben

Ausgabe 4 / 2019
Ehemalige SRK Präsidentin Annemarie Huber-Hotz ist unerwartet verstorben
Annemarie Huber-Hotz nahm im Mai als Vertreterin des Rotkreuzrats an der Mitgliederversammlung des Zürcher Roten Kreuzes teil. Acht Jahre lang, bis im Juni 2019, war sie Präsidentin des Schweizerischen Roten Kreuzes.
Annemarie Huber-Hotz ist am 1. August während einer Wanderung im Kreis ihrer Familie unerwartet an einem akuten Herzversagen verstorben. Sie war von 2011 bis 2019 Präsidentin des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK) und Vizepräsidentin der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC).

Erst kürzlicher Rücktritt als Präsidentin
Erst Ende Juni trat sie an der Rotkreuzversammlung von ihrem Amt als Präsidentin zurück und wurde dort zum Ehrenmitglied ernannt. «Ende Juni fanden zwei intensive Tage mit ihr im Rotkreuzrat statt. An der Rotkreuzversammlung haben wir sie warmherzig als Präsidentin verabschiedet. Sie war sehr gerührt», so die ehemalige Zürcher CVP-Nationalrätin, Präsidentin des Zürcher Roten Kreuzes und Vizepräsidentin des Schweizerischen Roten Kreuzes Barbara Schmid-Federer. «Ich bin unendlich traurig über den Hinschied von Annemarie Huber-Hotz. Ihre Verdienste für das Rote Kreuz und ihre stets menschliche Art können nicht genügend gewürdigt werden. Wir werden sie sehr vermissen.»

Mit grosser Anteilnahme und Betroffenheit äusserte sich auch SRK-Direktor Markus Mader: «Wir können es fast nicht glauben und sind unendlich traurig. Annemarie Huber-Hotz war uns in den letzten Jahren nicht nur eine engagierte Präsidentin, sondern vielen von uns auch eine gute Freundin, die immer für uns da war. Unsere Gedanken sind bei ihrem Mann und ihrer Familie.» Sie hat das SRK als Präsidentin massgeblich geprägt und strategische Geschäfte engagiert vorangetrieben.
 
«Ihre Verdienste für das Rote Kreuz können nicht genügend gewürdigt werden.»
Barbara Schmid-Federer
Stärkung der Freiwilligenarbeit als Anliegen
​Anliegen wie die Anerkennung und Stärkung der Freiwilligenarbeit – insbesondere die Integration der Jugend in die Freiwilligenarbeit –, das Engagement des SRK für Familien, die ältere Generation und die Migrationsbevölkerung lagen ihr besonders am Herzen. In einem NZZ-Interview sagte sie, das Rote Kreuz sei «die Quintessenz der humanitären Tradition unseres Landes». Sie bezeichnete die Institution als Geschenk: «Ich will dazu beitragen, dass dieses Geschenk möglichst vielen Menschen zugutekommt.»

In einem Interview mit den Zeitungen «Ostschweiz am Sonntag» und «Zentralschweiz am Sonntag» warnte Annemarie Huber-Hotz zuletzt vor steigenden Problemen in der Schweizer Bevölkerung. Zwar gebe es hierzulande vergleichsweise wenig Armut – man stelle aber zunehmend fest, «dass es sehr viele Vereinsamte gibt». Darunter seien Menschen, die «von der Gesellschaft abgehängt sind oder sich abhängen». Dazu komme die stetig alternde Annemarie Huber-Hotz nahm im Mai als Vertreterin des Rotkreuzrats an der Mitgliederversammlung des Zürcher Roten Kreuzes teil. Acht Jahre lang, bis im Juni 2011, war sie Präsidentin des Schweizerischen Roten Kreuzes.

Politisches Engagement
Vor dem Engagement beim Roten Kreuz hatte das FDP-Mitglied zwischen 1999 und 2007 einen der wichtigsten und einflussreichsten Posten in der Schweizer Politik inne: Als erste Frau war sie Schweizer Bundeskanzlerin. Sie wirkte an 350 Bundesratssitzungen und 15 000 Geschäften mit. Wir verlieren in Annemarie Huber-Hotz eine Persönlichkeit, die unsere Institution in den vergangenen Jahren nach innen wie nach aussen entscheidend geprägt hat. Mit ihrer gelebten Humanität wurde sie für uns zum Vorbild und sie wird uns als solches in Erinnerung bleiben. Annemarie Huber-Hotz hinterlässt ihren Ehemann, ihre drei Kinder und vier Enkelkinder.