Berufseinstieg

An der Zukunft bauen

Mentor und Mentee
Magnus Zwyssig unterstützt Abinet Gudisa Abdissa bei der Suche nach einer Arbeit oder Ausbildung.
Ein Jahr waren Magnus Zwyssig und Abinet Gudisa Abdissa als Mentoring-Tandem bei «Perspektive Arbeit» aktiv. Dabei unterstützen Freiwillige anerkannte Flüchtlinge oder vorläufig Aufgenommene bei der Suche nach einer Arbeit oder Ausbildung.

Im Herbst 2017 startete der Architekt Magnus Zwyssig als freiwilliger Mentor für Abinet Gudisa Abdissa, der vor fünf Jahren als Flüchtling aus Äthiopien in die Schweiz kam. Beim Programm «Perspektive Arbeit» begleitet der Mentor seinen Mentee ein Jahr lang. Gemeinsam besprechen und evaluieren sie die Möglichkeiten einer Ausbildung oder Arbeit in der Schweiz.

Der Mentor hilft aber auch praktisch, etwa beim Schreiben von Bewerbungen oder beim Üben von Vorstellungsgesprächen. In seinem Heimatland war Abinet Gudisa Abdissa auf Baustellen als Maurer tätig. In der Schweiz wollte er erst auch etwas in dieser Richtung machen, musste aber nach einiger Zeit feststellen: «Ich glaube, es wäre hier zu schwierig für mich als Bauarbeiter. Die Anforderungen sind viel höher.»

Eine grosse Hürde bei der Arbeits- oder Ausbildungssuche sind vielfach auch die noch ungenügenden Sprachkenntnisse. Die beiden trafen sich wöchentlich für anderthalb Stunden entweder in einem Café oder sassen bei schönem Wetter einfach draussen und redeten. Abinet Gudisa Abdissa erzählte Magnus Zwyssig dann, was bei ihm gerade so anstand, und sie erarbeiteten Wege und Perspektiven.

Inzwischen sind sie Freunde geworden. Der Freiwillige meint: «Ich empfand das Mentoring als tollen Ausgleich zu meiner Arbeit. Meiner Meinung nach konnten wir einiges erreichen.» Auf die Frage, ob sein Mentor ihm viel helfen konnte, antwortet der Mentee: «Ja, sehr! Bei der Jobsuche oder beim Schreiben von Bewerbungen war ich froh um seine Hilfe. Auch bei der Wohnungssuche hat er mich unterstützt.»

Im Herbst 2018 konnte Abinet Gudisa Abdissa eine einjährige Integrationsvorlehre als Gebäudereiniger bei den SBB beginnen. Er sagt: «Mir gefällt meine Arbeit. Vor allem, weil ich so tolle Kollegen habe, die mir alles erklären können.» Die Gespräche mit ihnen würden ihm zudem helfen, sein Deutsch zu verbessern.