Bildung

Neue Unterrichtsformen

Susanna Lichtensteiger Leiterin Bildung
Vom 13. März bis 7. Juni 2020 war Präsenzunterricht auch im Bildungszentrum (BZ) in Winterthur nicht mehr erlaubt. «Die Grösse und Vielfalt unseres Bildungszentrums ist uns noch nie so ins Bewusstsein gerückt wie an den Tagen nach der Schliessung», berichtet Susanna Lichtensteiger, Leiterin des BZ. Wo normalerweise bis zu 100 Menschen am Tag Kurse und Lehrgänge besuchten, war es plötzlich fast unheimlich still.


Wechsel ins digitale Klassenzimmer

Hinter den Kulissen wurde jedoch intensiv gearbeitet. Lehrgänge und Kurse mit bestehenden Klassen, die kurz vor dem Abschluss standen, konnten unmittelbar von zu Hause aus abgeschlossen werden.
 
Die Abschlussprüfung hat sehr gut funktioniert. Mit dem Smartphone hatte ich eine gute Bild- und Tonqualität. Dank guter Vorbereitung konnte ich alle Fragen richtig beantworten. Danke ans ganze BZ-Team, das in dieser schwierigen Zeit eine gute Lösung gefunden hat.
Marcel Brunner, Absolvent Lehrgang Pflegehelfer-/in SRK, Abschluss im Mai 2020
Die einzig sichere Planungsgrundlage, so könnte man das Jahr 2020 zusammenfassen, war der Fernunterricht. Nie wusste man im Voraus, ob und wie die angekündigten Einschränkungen zur Eindämmung der Pandemie die Bildungsangebote betreffen werden und ab wann es neue Regelungen geben würde. Situationsbedingt legten die Kantone und der Bund die Massnahmen kurzfristig fest, was für das BZ jeweils eine Lawine von Sofortmassnahmen nach sich zog. Das Zauberwort des Jahres hiess Flexibilität. Prozesse mussten angepasst, Kurse und Lehrgänge auf Fernunterricht umgestellt werden. Auch die beliebte Infoveranstaltung zum Lehrgang Pflegehelfer/-in SRK wurde digitalisiert. Nun erhalten interessierte Personen auf einer virtuellen Reise alle wichtigen Informationen zum Lehrgang. Auch die jährlichen Infoanlässe des Berufsvorbereitungsjahrs «Praktikum Gesundheit und Soziales» bietet das BZ virtuell in einer zweiteiligen Infotour an. Für die Zeit des Lockdowns im Frühjahr rief das BZ ausserdem eine telefonische Helpline für Pflegehilfen ins Leben, die in dieser Zeit besonders gefordert waren. 2020 lief viel im Kurswesen – einfach zu grossen Teilen im digitalen Raum.


Umfassendes Schutzkonzept

Ab 8. Juni bis Ende 2020 war es wieder möglich, Unterricht vor Ort durchzuführen. Es brauchte natürlich ein detailliertes Schutzkonzept. Wie viele Personen dürfen in einen Raum? Wie sollen die Besucherflüsse geleitet werden? Markierungen wurden angebracht, Tische umgestellt, die Cafeteria geschlossen und Zwischenwände entfernt, damit grössere Schulräume entstanden. Stichworte wie gestaffelte Pausen, Halbklassenunterricht, Zoom, Skype, Classtime, Maskenpflicht oder Abstand hielten Einzug in die Alltagssprache. Anfangs 2021 wurde wiederum aufgrund verschärfter Massnahmen in den meisten Angeboten der Präsenzunterricht eingestellt. Die Gesundheit steht beim Besuch von Bildungsangeboten an erster Stelle.

Und wie reagierten die Teilnehmenden auf den Fernunterricht? Viele Erwachsene hatten mittlerweile bereits Erfahrungen damit – manche aus der Zeit des Lockdowns, als die Kinder zu Hause lernen mussten. Dem Unterricht digital zu folgen, empfinden manche jedoch anstrengender, und einige sind zu Hause nicht ideal eingerichtet. Die meisten vermissen den physischen Austausch, das Zusammensitzen in der Pause oder bei Gruppenarbeiten und das soziale Gefüge einer Klasse oder Kursgruppe. «Bildung ist eben viel mehr, als sich Fachwissen anzueignen», sagt Susanna Lichtensteiger. «Die Mitarbeitenden des BZ machten dennoch das Beste aus der herausfordernden Situation und setzen auch weiterhin alles daran, dass unsere Bildungsangebote – egal ob analog oder digital – in der gewohnt hohen Unterrichtsqualität durchgeführt und unseren Teilnehmenden positive Lernerfahrungen ermöglicht werden können.»