Jahresbericht 2021

Rotkreuzarbeit für die lokale Bevölkerung

Das SRK Kanton Zürich ist zu einem grossen Teil vom Vertrauen anderer abhängig. Darum informieren wir in unserem Jahresbericht transparent und verständlich über unsere Organisation, unsere Aktivitäten und unsere finanzielle Situation.
Barbara Schmid-Federer, Präsidentin (links), und Silvia Wigger Bosshardt, Vorsitzende der Geschäftsleitung SRK Kanton Zürich

Welche Erfolge gab es im Jahr 2021? Welche Veränderungen stehen 2022 an? Barbara Schmid-Federer (im Bild links), Präsidentin bis 17. Mai 2022, und Silvia Wigger Bosshardt (rechts), Vorsitzende der Geschäftsleitung, geben Antwort.

Wie lange seid ihr bereits für das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) Kanton Zürich tätig und was ist euer Leitmotiv?

Barbara Schmid-Federer: Als ich im Jahr 2011 angefragt wurde, Präsidentin des SRK Kanton Zürich zu werden, sagte ich sofort zu. Mein ehemaliger Chef Jakob Nüesch, damaliger Präsident der ETH Zürich, hatte mich bereits mit seinem Enthusiasmus fürs Rote Kreuz angesteckt. Seine Begeisterung als Vorstandsmitglied des IKRK war längst zu meiner eigenen geworden. Mein Lieblingssatz von Henry Dunant ist seit Langem mein Leitmotiv: «Der Feind, unser wahrer Feind, ist nicht die Nachbarnation; es sind Hunger, Kälte, Armut, Unwissenheit, Gewohnheit, Aberglaube und Vorurteile.» Wer im Kanton Zürich gegen Armut und Vorurteile kämpft, hat viel zu tun.

Silvia Wigger Bosshardt: 2008 fing ich im Bildungszentrum als Leiterin an, seit 2012 bin ich Vorsitzende der Geschäftsleitung. Meine Motivation sind die herausfordernden und vielfältigen Aufgaben im Sinne der Menschlichkeit. Wir befähigen Menschen mit Beratung, Bildung und bedürfnisgerechter Hilfe, unterstützen und entlasten sie dabei, ihren Alltag zu bewältigen. Unser Ziel ist die nachhaltige Verbesserung von Lebenssituationen.

«Menschlichkeit ist der wichtigste Grundsatz unserer Arbeit. Menschliches Leiden zu verhüten und zu lindern, steht im Mittelpunkt unserer Aktivitäten.»
Barbara Schmid-Federer, Präsidentin SRK Kanton Zürich

Was waren die grössten Erfolge im vergangenen Geschäftsjahr?

Silvia Wigger Bosshardt: Wir alle, Freiwillige und Mitarbeitende, konnten das Jahr trotz Corona erfolgreich abschliessen. Die Bereitschaft aller, unsere Dienstleistungen agil und flexibel der Situation anzupassen, hat dazu geführt, dass wir viele Menschen unterstützen konnten und die Angebote stark nachgefragt wurden. Gefreut hat mich auch die Erarbeitung und Verabschiedung unserer neuen Strategie 2030 sowie das sehr gute Resultat der Validierung der Lohngleichheit durch die Firma Provida.

Die Strategie 2030 wurde im Juli 2021 vom Vorstand verabschiedet. Was legt die Strategie fest?

Barbara Schmid-Federer: Die sorgfältig gestaltete neue Strategie ermöglicht uns eine hoffentlich erfolgreiche Zukunft zum Wohl der Bevölkerung und ganz speziell deren verletzlichsten Mitglieder. Sie gibt dem Zürcher Roten Kreuz die grossen Leitlinien sowie konkrete Perspektiven für eine gezielte Weiterentwicklung. Gemeinsam mit Freiwilligen gewähren wir unabhängig und neutral Sicherheit und Unterstützung im Alltag, ermöglichen gesellschaftliche Teilhabe und neue Perspektiven für die lokale Bevölkerung. Auch die gezielte Nutzung digitaler Technologien zugunsten von Freiwilligen, Mitarbeitenden, Leistungsbezügerinnen und -bezügern sowie Spenderinnen und Spendern ist ein strategischer Eckpunkt. Ein Beispiel dafür ist die neu entwickelte Fahrdienst-App «SRK Drive», die aktuell schrittweise in den lokalen Zürcher Rotkreuz-Fahrdiensten eingeführt wird.

Wie arbeiten der Vorstand und die Geschäftsleitung zusammen?

Barbara Schmid-Federer: Der Vorstand ist das strategische Führungsorgan des Vereins, während die Geschäftsleitung die operative Arbeit vollzieht. Der Vorstand ist überdurchschnittlich gut zusammengesetzt und hat enorm viel Fachkompetenz: Wir haben Fachpersonen für Finanzen, Recht, Gesundheit oder Politik. Genauso ist die Geschäftsleitung ausserordentlich gut aufgestellt. Eine derart gute Zusammenarbeit der beiden Gremien, wie sie seit vielen Jahren funktioniert, ist selten und kann nicht hoch genug wertgeschätzt werden.

«Menschlichkeit bedeutet für mich, sich engagiert und mit Herz für andere Menschen einzusetzen.»
Silvia Wigger Bosshardt, Vorsitzende der Geschäftsleitung SRK Kanton Zürich

Welche Veränderungen und Herausforderungen stehen 2022 bevor?

Barbara Schmid-Federer: Die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine sind immens. Das menschliche Leid ist enorm. Das wird uns alle lange beschäftigen. Ich selber werde im Mai 2022 infolge Amtszeitbeschränkung als Präsidentin zurücktreten. Meiner Nachfolge wünsche ich schon jetzt von Herzen viel Freude an diesem vielseitigen und herausfordernden Amt.

Silvia Wigger Bosshardt: Das sehr gute Zusammenwirken aller und das grosse Engagement unserer Mitarbeitenden und Freiwilligen lässt mich bezogen auf unser Wirken positiv auf das Jahr 2022 schauen. Der Ukraine-Krieg und die Folgen werden uns dabei sehr fordern. Die Umsetzung der Strategie 2030 und das Thema Digitalisierung sind wichtige langfristige Themen. Für mich ist zusätzlich die Demission von Barbara eine grosse Herausforderung. Ich schätze ihr überdurchschnittliches Engagement für die Sache des Roten Kreuzes und die Aufgaben des SRK Kanton Zürich sehr. An dieser Stelle möchte ich ihr von ganzem Herzen danken für die äusserst wertvolle Zusammenarbeit.

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