Spender-Porträt

Uns bewegen menschliche Schicksale

Ausgabe 3 / Juli 2017
Anna und Koni Messikommer unterstützen das Zürcher Rote Kreuz seit vielen Jahren mit Spenden.
Dem Spenderpaar Anna und Koni Messikommer liegt vor allem das «Praktikum Gesundheit und Soziales» des SRK Kanton Zürich am Herzen, da dieses jungen Menschen eine Perspektive bietet.
Seit vielen Jahren unterstützen Anna und Koni Messikommer das Zürcher Rote Kreuz mit Spenden. Diesen Sommer tragen sie ihr Engagement noch einen Schritt weiter: Sie posieren auf Rotkreuz-Plakaten und rufen alle Zürcherinnen und Zürcher zum Mitmachen auf.

Begeistert und freudestrahlend schaut Anna Messikommer auf dem Plakat ihren Mann an. Mit dem glei­chen Blick betrachten die beiden ihr Plakat. Hat das Ehepaar lange disku­tiert, ob sie bei der Werbekampag­ne mitmachen wollen? «Überhaupt nicht», antwortet Anna Messikommer, «schliesslich ist es für eine gute Sache! Und wenn wir damit weitere Leute zum Spenden motivieren kön­nen, dann ist es das alleweil wert!»

Auf die Frage, warum das Ehe­paar das SRK Kanton Zürich unter­stützt, ergreift Koni Messikommer das Wort: «Uns haben schon immer menschliche Schicksale berührt, und bedürftige Menschen sind hier beim Zürcher Roten Kreuz in guten Hän­den.» Lang ist die Liste der Hilfs­werke, für die die beiden spenden – allen gemeinsam ist, dass Menschen in schwierigen Lebenssituationen im Mittelpunkt stehen.

Soziale Werte weitergeben

Dem Ehepaar war wichtig, ihren beiden Kindern die gleichen Werte zu vermitteln. Anna Messikommer wandte sich daher vor vielen Jahren an das Sozialamt. Dieses stellte den Kontakt zu einer kinderreichen Bau­ernfamilie in Uri her. Während vie­ler Jahre schenkten Messikommers der Familie Nützliches wie Kleider zu Weihnachten, besuchten die Fa­milie auf deren Hof, und in späte­ren Jahren unterstützten sie sie auch finanziell.

Berührender Schulbesuch

In all den Jahren, die das Ehepaar mit dem Zürcher Roten Kreuz ver­bunden ist, haben sie die lokale Rotkreuzarbeit besser kennenlernen können. Welches Angebot liegt ih­nen besonders am Herzen? Einstim­mig erwähnen die beiden das «Prak­tikum Gesundheit und Soziales».

«Es ist unheimlich wichtig, eine Perspektive mitzugeben.»

Es handelt sich um ein Brückenjahr für lernschwache Schulabgänger, die in den Gesundheits- oder Sozialbe­ruf einsteigen möchten, aber kei­ne Lehrstelle gefunden haben. Das Ehepaar hat das SRK Bildungszen­trum besucht und die Schülerinnen persönlich kennengelernt. Die Be­gegnungen bezeichnet Anna Mes­sikommer als sehr berührend und betont: «Es ist unheimlich wichtig, jungen Menschen den Einstieg ins Berufsleben zu ermöglichen und ih­nen so eine Perspektive mitgeben zu können.»

Soziales Engagement kennt kein Pensionsalter

Ihre sozialen Engagements setzen die beiden auch im Pensionsalter fort. So nimmt Koni Messikommer immer mal wieder ein ehrenamtliches Man­dat als Rechtsanwalt an, wenn jemand in Not ist und nicht genügend finan­zielle Mittel für einen Anwalt hat. Anna Messikommer, die bis vor drei Jahren als Pflegefachfrau in der On­kologie arbeitete, ist als Freiwillige in einem Palliativhaus engagiert. Wei­ter kümmert sie sich an zwei Tagen in der Woche um ihre vier Enkel. Und jährlich amtet das Ehepaar ehren­amtlich als Hüttenwart während rund drei Wochen in einer Berghütte. Es erstaunt wenig, dass die beiden auch schon mal eine Gruppe von Suchtpa­tienten bei sich zum Übernachten hat­ten. Denn wie das Ehepaar bei unse­rem Abschied sagt: «Jeder kann im Kleinen für einzelne Menschen Hilfe leisten.»