Vorsorgeauftrag

Vertretungen regeln bei Verlust der Urteilsfähigkeit

Vertretungen regeln mit einem Vorsorgeauftrag
Mit dem Vorsorgeauftrag bestimmen Sie, wer Ihre Anliegen regeln soll, wenn Sie selber nicht mehr in der Lage sind, für sich Entscheidungen zu treffen. Damit stellen Sie sicher, dass Ihr Wille auch dann respektiert wird, wenn Sie diesen nicht mehr selber formulieren können.

Ein Vorsorgeauftrag umfasst drei Vertretungsbereiche:

  • Personensorge: Wer trifft im Fall Ihrer Urteilsunfähigkeit Entscheidungen zu allfälliger Behandlung, Pflege und Betreuung?
  • Vermögenssorge: Wer kümmert sich im Fall Ihrer Urteilsunfähigkeit um Ihre finanziellen und vermögensrechtlichen Belange?
  • Rechtsverkehr: Wer vertritt Sie im Fall Ihrer Urteilsunfähigkeit gegen aussen (Anträge an Behörden, Gerichte)?

Mit einem Vorsorgeauftrag beauftragen Sie eine oder mehrere Personen, die an Ihrer Stelle in Ihrem Sinne entscheiden. Das Gesetz schreibt vor, dass Sie den Vorsorgeauftrag entweder vollständig von Hand schreiben (inkl. Datum, Titel, Unterschrift) oder ihn durch einen Notar öffentlich beurkunden lassen – in diesem Falle verfasst der Notar den Vorsorgeauftrag nach Ihren Angaben. Weil nur diese beiden Formen möglich sind, gibt es für den Vorsorgeauftrag kein vorgefertigtes Formular zum Herunterladen und Ausfüllen. 

Gerne beraten wir Sie bei der Errichtung eines Vorsorgeauftrags. Setzen Sie sich mit uns in Verbindung: Telefon 044 388 25 25 oder E-Mail: vorsorgen@srk-zuerich.ch

Kostenlose Informationsveranstaltung zu den drei Vorsorgethemen Patienentenverfügung, Vorsorgeauftrag und Testament: Montag, 19. November 2018, 14 bis 16 Uhr im Volkshaus in Zürich. Hier anmelden.

Fragen und Antworten

Wie wird ein Vorsorgeauftrag wirksam?

Bevor der Vorsorgeauftrag wirksam wird, überprüft die Erwachsenenschutzbehörde:

- Sind Sie urteilsunfähig?

- Waren Sie beim Verfassen des Vorsorgeauftrags urteilsfähig?

- Entspricht der Vorsorgeauftrag den gesetzlichen Anforderungen?

- Ist die von Ihnen bestimmte Person für diese Aufgabe geeignet und will und kann sie die Aufgabe auch übernehmen?

Diesen Prozess nennt man Validierung. Ein Vorsorgeauftrag wird nur dann wirksam, wenn Sie urteilsunfähig sind und nur solange, wie die Urteilsunfähigkeit andauert.

Wen kann ich in einem Vorsorgeauftrag beauftragen?

Die von Ihnen beauftragte Person (es könnne auch mehrere Personen sein) trifft im Falle Ihrer Urteilsunfähigkeit für Sie Entscheidungen. Daher ist es sinnvoll, Sie ernennen eine Vertrauensperson und informieren diese Person darüber.

Sie können für die unterschiedlichen Zuständigkeitsbereiche (Personensorge, Vermögenssorge, Rechtsverkehr) verschiedene Personen beauftragen oder eine Person für alle Bereiche bestimmen. Sinnvollerweise ernennen Sie eine Ersatzperson für den Fall, dass die von Ihnen ernannte Person den Auftrag nicht annehmen kann oder will.

Auftragnehmer können natürliche oder juristische Personen sein z.B. Ehe- oder Lebenspartner, Kinder oder andere Familienmitglieder, Treuhänder oder Banken. 

Welche formalen Anforderungen sind bei der Errichtung zu beachten?

Das Gesetz schreibt vor, dass Sie den Vorsorgeauftrag entweder vollständig von Hand schreiben (inkl. Datum, Titel, Unterschrift) oder Sie lassen diesen durch einen Notar öffentlich beurkunden – in diesem Falle verfasst der Notar den Vorsorgeauftrag nach Ihren Angaben.

Wenn Sie den Vorsorgeauftrag selber verfassen, achten Sie darauf, dass Sie die Aufgaben, bzw. Ihren Willen, für die beauftragte Person klar und detailliert umschreiben. Damit vermeiden Sie Unklarheiten und schaffen Sicherheit.

Wo wird der Vorsorgeauftrag hinterlegt?

Informieren Sie Ihre Vertrauensperson darüber, wo Sie den Vorsorgeauftrag aufbewahren. Deponieren Sie diesen in einem angeschriebenen Couvert bei sich zu Hause an einem sicheren Ort. Gegen eine Gebühr kann der Vorsorgeauftrag bei der für Ihren Wohnort zuständigen Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) hinterlegt werden. Ebenfalls gegen eine Gebühr können Sie  beim Zivilstandsamt den Aufbewahrungsort registrieren lassen.

Was kostet die Beratung für den Vorsorgeauftrag?

Eine Beratung kostet CHF 120.– exkl. MWST. Wenn eine Beratung in Verbindung mit einer Beratung zur Patientenverfügung erfolgt, betragen die Kosten für beide Beratungen CHF 190.– exkl. MWST. Für Personen mit geringem Einkommen gelten im Kanton Zürich Sozialtarife nach Absprache. Sprechen Sie das mit der Beraterin oder dem Berater an.