Redcross Clowns

Die Redcross Clowns berühren Kinderherzen

In enger Zusammenarbeit mit den Rotkreuz-Kantonalverbänden Thurgau und St. Gallen startete das SRK Kanton Zürich 2019 ein neues soziales Rotkreuz-Projekt: die Redcross Clowns. Sie besuchen seit vergangenem Mai im Team regelmässig Kinder in Asylzentren und sorgen dort für fröhliche Ablenkung. 29 improvisationsbegeisterte Freiwillige erhielten hierfür eine Ausbildung in Social Clownin.

Der Clown – und ebenso die Clownin – überwindet mühelos Sprachbarrieren, bringt zum Staunen und entführt das Publikum in eine andere Welt. Da liegt es nahe, dass Clowninnen und Clowns geradezu bestimmt dafür sind, Kindern mit wenig deutschen Sprachkenntnissen in schwierigen Situationen fröhliche und unbeschwerte Momente zu ermöglichen. Genau dies war die Idee, die zur Entstehung der Redcross Clowns führte.

In drei Ausbildungsworkshops mit erfahrenen Clowns haben vergangenes Jahr 29 Rotkreuz-Freiwillige das Social Clowning erlernt. Jeweils zu dritt oder zu viert besuchen sie seit Mai 2019 Asylunterkünfte in Zürich, St. Gallen und Thurgau. Als hätte in ihnen bereits vorher ein Clown geschlummert, der nur geweckt werden wollte: Mit Seifenblasen oder Mundharmonika, mit Mimik und Gesten faszinieren sie in ihren freien Improvisationen die Kinder, die ihnen hinterherspringen, auch pusten wollen oder einfach mal das bunte Kostüm anfassen möchten.

«Als freiwillige Clownin habe ich sogar noch neue Seiten von mir entdeckt. Das Schönste ist aber zu erleben, wie die Kinder lachen und einen Moment unbeschwert und fröhlich sind.»
Taru Taddeo, freiwillige Redcross Clownin (oben im Bild, an einem Rotkreuz-Kinderfest in Zürich)

Beim Besuch der Redcross Clowns in Asylzentren zählt nur das Hier und Jetzt. Diese Momente sind ein Lichtblick in einer bedrängenden Lebenssituation. Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die aus Kriegs- oder Krisengebieten in die Schweiz geflohen sind, sind nicht selten traumatisiert, verängstigt und geprägt von Unsicherheit im noch unbekannten Umfeld. Besonders akut ist diese Situation kurz nach Ankunft in der Schweiz. In dieser Zeit Freude zu erleben und befreit lachen zu können, ist enorm wertvoll. Lachen verbindet Menschen, lachen ist gesund – und kann helfen, eine belastende Situation leichter zu machen.

«Länder haben Grenzen. Die Fantasie kennt nicht nur keine, sie hat keine. Genau das kann und möchte ich als Clownin Kindern in Asylzentren vermitteln.»
Fanny Zihlmann, Redcross Clownin
Die positive Wirkung der Clowns in Flüchtlingsunterkünften wird generell gesellschaftlich anerkannt. Die vielen positiven Rückmeldungen auf das Projekt aus Zivilgesellschaft sowie von Fachpersonen der Sozialen Arbeit verdeutlichen diesen Rückhalt. Gemäss Kurzbefragungen der Kinder in den Zentren war der Auftritt der Clowns eine willkommene Ablenkung und aus ihrer Perspektive viel zu kurz. Bewährt haben sich das persönliche Aufnahmeverfahren, die verbindliche Einsatzvereinbarung und die professionelle Ausbildung der Freiwilligen – entsprechend konstant blieb die ganze Freiwilligengruppe. Aufgrund ihrer Rückmeldungen werden 2020 leichte Anpassungen gemacht, zum Beispiel regelmässige Austauschgefässe für sie geschaffen oder gemeinsam Standards definiert. Das Ziel für 2020 ist es, das Angebot zu festigen und es allenfalls auf weitere Asylzentren in der Schweiz auszuweiten.