Abschied

Nachruf Lotti Pfister

7. Januar 2021
Waldstimmung mit Schnee
Mit grosser Anteilnahme nehmen wir Abschied von Lotti Pfister. Sie war 10 Jahre Geschäftsleiterin der ehemaligen Sektion Zürich des Roten Kreuzes. Vieles hat sie initiiert, Bedeutendes bewirkt. Wir sind sehr dankbar für ihre grossen Verdienste für unsere Organisation, die noch heute spürbar sind.
Lotti Pfister ist nach langer Krankheit am 30. Dezember 2020 gestorben. Von 1986 bis 1996 war sie Geschäftsleiterin der damaligen Sektion Zürich. Nachdem sich 1996 die vier Zürcher Rotkreuz-Sektionen erfolgreich zum Schweizerischen Roten Kreuz Kanton Zürich zusammengeschlossen hatten, ist sie offiziell in den Ruhestand getreten.

Geboren ist Lotti Pfister am 20. September 1934. Sie hat schon viele Jahre, bevor sie als festangestellte Mitarbeiterin in die Sektion Zürich eintrat, als Freiwillige für die Sektion mit Rat und Tat gewirkt. 1982 war ihr erster Arbeitstag als Psychologin und Berufsberaterin in der Beratungsstelle für Berufe des Gesundheitswesens der damaligen Sektion Zürich. Auf ihre Initiative hin wurde für Jugendliche, die für eine Ausbildung in einem Beruf im Gesundheitswesen das notwendige schulische Rüstzeug nicht mitbrachten, das Vorbereitungsjahr für Berufe im Gesundheitswesen von der Sektion Zürich verwirklicht. Die Jugendlichen wurden während diesem Jahr von der Beratungsstelle intensiv begleitet. Aus dem Vorbereitungsjahr hat sich über die Jahre das heute nach wie vor sehr erfolgreiche Praktikum Gesundheit und Soziales entwickelt.

Spontane Hilfsaktionen ermöglichen

Im Jahresbericht von 1987 wurden die leitenden Mitarbeiterinnen vorgestellt. Bei Lotti Pfister steht zu lesen: «Ihre zentrale Aufgabe sieht Lotti Pfister darin, eine lebendige, spontane Atmosphäre zu schaffen um, nach der ursprünglichen Idee des Roten Kreuzes, aus einer unmittelbaren Notwendigkeit Ad-hoc-Aktionen zu ermöglichen und mit unbürokratischem Einsatz dort einzuspringen, wo Hilfe gebraucht wird. Dabei soll der Spielraum der verantwortlichen Mitarbeiter voll ausgenützt und nicht durch komplizierte Strukturen blockiert werden. Dass die Kommunikation innerhalb der Organisation eine äusserst wichtige Rolle spielt, ist für Lotti selbstverständlich.» Diese Aussage waren nicht leere Worte. Lotti Pfister hat sie gelebt. Ihre unglaubliche Fähigkeit, die Mitarbeitenden zu motivieren, machte viel Unmögliches zum Möglichen. 

Ereignisse und Projekte der 1980er und 1990er

Als Mitte Oktober 1988 mit einbrechender Nässe und Kälte von der ZAGIP (Zürcher Arbeitgemeinschaft für Jugendprobleme) die Anfrage kam, ob das Rote Kreuz mithelfen würde, eine befristete Erste-Hilfe-Station am Platzspitz einzurichten, organisierte Lotti Pfister spontan zusammen mit ihrem Team innert Kürze ein Wohnmobil mit Wasser und Heizeinrichtung und das notwendige Verbands- und Wundpflegematerial. Das ist eines von zahlreichen Beispielen aus ihrer Zeit als Geschäftsleiterin. 

Unter ihrer Leitung haben 1992 erstmals Studentinnen und Studenten an der Haustür für eine Mitgliedschaft beim Roten Kreuz Zürich geworben. Noch heute ist die Haustürwerbung ein unverzichtbares Standbein zur Finanzierung der regionalen Rotkreuz-Angebote. Im September 1993 startete das Pilotprojekt «Mitten unter Euch». Mehrere Tausend Kinder und Jugendliche konnten in den letzten 28 Jahren vom heute nach wie vor gefragten Integrationsangebot profitieren, dass nun unter dem Namen «mitten unter uns» bekannt ist. 

Mit grosser Anteilnahme haben wir Anfang Januar 2021 vom Tod von Lotti Pfister erfahren. Den Angehörigen sprechen wir unser aufrichtiges Beileid aus und empfinden gleichzeitig tiefe Dankbarkeit, dass sich Lotti Pfister über 25 Jahre für das Rote Kreuz in Zürich engagiert hat.