Erfahrungen

Bewegte Zeiten

Ausgabe 4 / 2020
Wir haben sechs Freiwillige und Mitarbeitende gefragt, was ihnen aus der Coronazeit beim Zürcher Roten Kreuz in Erinnerung bleiben wird und was sich verändert hat.

Die Erfahrungen sind vielfältig – von der «Zwangspause» über kreative Alternativprojekte bis zu anhaltenden grossen Veränderungen. Alle sind von der Pandemie betroffen, jedoch auf unterschiedliche Weise. Auch wir waren und sind angehalten, Schutzkonzepte zu entwickeln und einzuhalten, und unterstützen mit all unserer Kraft dort, wo es am nötigsten ist. Das Zürcher Rote Kreuz ist in der Krise für besonders Betroffene da. Für die grosse Solidarität in der Bevölkerung, die das möglich macht, möchten wir uns herzlich bei allen bedanken, die gespendet haben, sei es Zeit oder Geld.

Hubert Kausch Leiter Freiwilligenarbeit

«Nicht nur in der Nachbarschaft wurde notwendige Unterstützungsarbeit geleistet. Auch beim SRK Kanton Zürich haben sich während weniger Wochen 1'400 Menschen gemeldet, die ihre Hilfe angeboten haben, davon ein beeindruckender Anteil Personen jünger als 30 Jahre.»

 

Laura Hew ist Jugendrotkreuz-Freiwillige und Kooperationspartnerin der Zürcher Hochschule der Künste.

«Während der Coronakrise fiel unsere Projektwoche ‹Gemeinsam Gestalten› aus. Deshalb wurden wir innovativ: Wir haben ein Buch veröffentlicht mit Inspirationen, wie man aus Alltagsmaterialien etwas Tolles gestalten kann. Das Buch haben wir zusammen mit Bastelmaterialien an Asylzentren verschenkt.»

 
Ursula Weber Leiterin SOS-Beratung

«Das Telefon der SOS-Beratung läutet seit dem Lockdown Sturm. Wir beraten und unterstützen Menschen, die wegen der Coronakrise zum Beispiel den Job verloren haben oder durch Kurzarbeit massive Lohneinbussen hinnehmen müssen. Die Dankbarkeit für die nötige Überbrückungshilfe dank Glückskettengesuchen ist gross.»

 
Erwin Wanner Rotkreuz-Mitarbeiter

«Mit ‹RotkreuzGrüezi› ist in der Coronazeit ein Alternativprojekt entstanden. Ich begann im März, interessierte Notrufkunden regelmässig anzurufen und mit ihnen zu plaudern, über ernste und lustige Themen, über das Leben heute und gestern und über Ängste, gerade in dieser speziellen Zeit. Soziale Kontakte sind in solchen Situationen noch wichtiger. Schon ein simpler Telefonanruf hilft, um den Tag in allen Belangen zu bereichern.»

 
Susanna Lichtensteiger Leiterin Bildung

«Im Bildungszentrum ist fast nichts mehr wie vor Corona. Kursteilnehmende sitzen einzeln am Zweiertisch, Pausen finden draussen statt und in den Gängen gilt Maskentragpflicht. Alle Bildungsangebote sind wieder angelaufen, einiges wird im Fernunterricht durchgeführt. Neben Flipchart und Filzschreiber heisst es neu Classroom Management im Zoom-Unterricht.»

 
Daniel Wettstein Freiwilliger Rotkreuz-Fahrer

«Während der Coronakrise konnte das ganze angestammte Freiwilligen-Team des Rotkreuz-Fahrdienstes in Wädenswil nicht fahren. Ich dachte oft an die Menschen und daran, wie es ihnen wohl geht. Ich freute mich daher riesig auf meine erste Fahrt nach dem Lockdown. Es fühlte sich ‹Hammer› an, wieder im Auto zu sitzen!»